Eine orangene Notrufsäule Sie steht auf einer Wiese, auf der Schnee liegt.

Werden Notrufsäulen noch genutzt?

28. November 2025

Seit den 1970er Jahren waren Notrufsäulen oft die einzige Rettung, wenn Autofahrer auf der Autobahn eine Panne oder einen Unfall hatten. 1999 verzeichnete der Betreiber noch 1,5 Millionen Anrufe im Jahr, also über 4.000 pro Tag.
Seitdem entstanden Notrufsysteme für Autos; und das Smartphone wurde für die meisten Menschen zum ständigen Begleiter.
Die Notrufsäulen gibt es dennoch immer noch – und genutzt werden sie weiterhin. Etwa 27 Anrufe pro Tag waren es 2023. Sie funktionieren verlässlich: im Tunnel, im Funkloch, bei leerem Akku.
Die gut 17.000 Notrufsäulen an der Autobahn stehen mit einem Abstand von zwei Kilometern, und immer an beiden Richtungsfahrbahnen. Wer eine Panne hat, findet auf den Leitpfosten einen kleinen Richtungspfeil als Wegweiser.

Panne? Raus aus dem Auto!
Der Weg zur Notrufsäule hat noch einen weiteren Nutzen: Man verlässt das Auto! Denn dort sollte man bei einer Panne nicht warten – zu groß ist das Risiko, das ein anderes Fahrzeug auffährt. Wichtig ist, schnell die Warnweste überzuziehen, den Warnblinker auszuschalten und das Warndreieck aufzustellen. Und dann: Bitte hinter der Leitplanke warten, oder eben zur Notrufsäule marschieren!

Notrufsäule: eine bewegende Vorgeschichte
Ursprünglich waren die heutigen Kfz-Notrufsäulen schlichte Betriebstelefone für Mitarbeiter des Straßenbaus. Erst 1970 entstand die heutige Nutzungsidee: maßgeblich sorgte dafür die Björn-Steiger-Stiftung. Nach dem Unfalltod ihres Sohnes Björn setzten sich Siegfried und Ute Steiger gegenüber Politik und Öffentlichkeit für eine bessere Notfallhilfe ein. Zusätzlich zu den Notrufsäulen am Straßenrand hat die Stiftung auch einheitliche Notrufnummern wie die 112 vorgeschlagen – und diese Idee hat sich mittlerweile in weiten Teilen Europas durchgesetzt.

Kfz-Notrufsäule – wie funktioniert sie?
Jeder Anruf, der über eine Kfz-Notrufsäule getätigt wird, landet seit 2024 bei Bosch. Es gibt nur zwei Tasten: Gelb für eine Autopanne und Rot für einen Notfall. Die Notruf-Service-Zentrale täglich rund um die Uhr besetzt. Je nach Situation schickt das System die Polizei, den Rettungsdienst oder den Pannenservice, und hilft mit Soforttipps. Die Standortdaten werden übrigens direkt übertragen, sodass es in einer Notlage keine Verzögerungen gibt.

Fazit
Die Notrufsäule ist ein unscheinbarer, aber enorm wichtiger Helfer entlang der Autobahnen. Sie funktioniert zuverlässig, unabhängig und schnell – genau das, was man im Notfall braucht. Und wie Du sie sicher nutzt, lernst Du natürlich auch bei uns!
Bleib sicher unterwegs!



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