Kopfschmerzen beim Autofahren: Woher sie kommen und was Du tun kannst
Kopfschmerzen beim Autofahren sind nicht nur unangenehm. Sie können auch Deine Konzentration und damit Deine Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen.
Wir haben deshalb unsere ganz konkreten Tipps und Tricks gegen Kopfschmerzen beim Autofahren zusammengetragen. Dazu gehen wir auch auf mögliche Ursachen ein – damit Du in Zukunft möglichst verschont bleibst.
Kopfschmerzen beim Autofahren: Was hilft jetzt?
Der Kopf beginnt zu pochen oder zu drücken, Du hast aber noch einige Kilometer vor Dir? Dann lautet unser erster Tipp: Nicht einfach durchziehen.
Wenn die Kopfschmerzen Deine Konzentration beeinträchtigen, suche Dir eine sichere Möglichkeit zum Anhalten. Danach kannst Du ausprobieren, was Dir hilft.
Trinke Wasser. Gerade auf längeren Fahrten vergessen wir schnell, ausreichend zu trinken. Ein Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen begünstigen.
Steig aus und beweg Dich. Ein paar Minuten gehen, die Schultern kreisen und den Nacken vorsichtig bewegen: Das kann helfen, wenn langes Sitzen und Verspannungen hinter den Beschwerden stecken.
Schnapp frische Luft. Lüfte das Auto oder verbringe Deine Pause draußen. Gerade in einem warmen, stickigen Fahrzeug kann das angenehm sein.
Iss eine Kleinigkeit. Deine letzte Mahlzeit ist schon lange her? Dann kann ein kleiner Snack sinnvoll sein. Für längere Fahrten packst Du Dir am besten vorsorglich etwas ein.
Gönn Deinen Augen eine Pause. Ständiges konzentriertes Sehen, grelles Sonnenlicht und schnelle Wechsel zwischen hell und dunkel können anstrengend sein. Schließe während der Pause für einige Minuten die Augen oder suche einen ruhigen, schattigen Platz.
Lockere Nacken, Schultern und Kiefer. Wer konzentriert fährt, spannt manchmal unbemerkt die Muskulatur an. Schultern bewusst sinken lassen, Kiefer lockern und ruhig atmen kann bei Spannungskopfschmerzen guttun.
Probiere Kälte oder Wärme aus. Ein kühles Tuch auf Stirn oder Nacken empfinden manche Menschen bei Kopfschmerzen als angenehm. Sind verspannte Nacken- und Schultermuskeln das Problem, kann Wärme wohltuender sein.
Akupressur als sanfte Hilfe. Auch Akupressur kannst Du in Deiner Fahrpause ausprobieren. Ein häufig genutzter Punkt liegt beispielsweise in der weichen Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücke oder massiere diesen Bereich für einige Zeit mit dem Daumen der anderen Hand und wechsle anschließend die Seite. Manche Menschen empfinden auch eine sanfte Massage der Schläfen, des Nackens oder des Bereichs zwischen den Augenbrauen als angenehm.
Ätherische Öle entspannen. Pfefferminzöl wird gerne bei Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Verdünnte Zubereitungen können vorsichtig auf Stirn und Schläfen aufgetragen werden. Lavendel wird vor allem wegen seines als entspannend empfundenen Duftes verwendet.
Wichtig: Öle nicht in die Augen oder auf Schleimhäute bringen und nicht jedes ätherische Öl unverdünnt auf die Haut geben. Beachte deshalb immer die Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts.
Ob diese Öle zu Dir passen, solltest Du in aller Ruhe zu Hause austesten. Dann können sie Dein Begleiter für kritische Momente sein. Ein Ersatz für Entspannung oder Medikamente sind sie nicht.
Und der Kaffee? Koffein kann manchen Menschen bei bestimmten Kopfschmerzen helfen. Verlass Dich darauf bitte nicht als schnelle Lösung, um trotz stärkerer Beschwerden weiterzufahren.
Erst weiterfahren, wenn Du wieder fit bist
Wasser getrunken, ein paar Schritte gegangen – und weiter?
Entscheidend ist nicht, ob Du die Kopfschmerzen aushalten kannst. Entscheidend ist, ob Du wieder sicher fahren kannst.
Sind Deine Konzentration, Wahrnehmung, Sicht oder Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt, solltest Du nicht weiterfahren! Das gilt erst recht bei Schwindel, starken Schmerzen oder Sehstörungen.
Eine Pause kostet Dich vielleicht ein paar Minuten. Mit eingeschränkter Konzentration weiterzufahren kann deutlich mehr kosten.
Warum entstehen Kopfschmerzen beim Autofahren?
Manchmal steigst Du völlig beschwerdefrei ins Auto und nach einer längeren Fahrt beginnt es hinter der Stirn, an den Schläfen oder im Nacken zu ziehen.
Dafür gibt es nicht die eine Ursache. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen.
1. Du hast zu wenig getrunken
Gerade auf längeren Fahrten trinken manche Menschen absichtlich wenig. Schließlich bedeutet mehr trinken möglicherweise auch eine zusätzliche Toilettenpause.
Zu wenig Flüssigkeit kann Kopfschmerzen begünstigen. Besonders an warmen Tagen solltest Du deshalb darauf achten, regelmäßig zu trinken.
Die Toilettenpause kannst Du für ein paar Schritte und etwas Bewegung nutzen.
2. Du hast lange nichts gegessen
Morgens schnell los, mittags keine Zeit und anschließend noch eine längere Autofahrt: Unregelmäßiges Essen oder lange Essenspausen können bei manchen Menschen Kopfschmerzen oder Migräne begünstigen.
Vor einer längeren Fahrt solltest Du deshalb etwas essen. Ein kleiner Snack und etwas zu trinken gehören für uns bei längeren Strecken ins Auto.
3. Dein Nacken ist verspannt
Beim Autofahren sitzt Du lange in nahezu derselben Position. Ist Dein Sitz ungünstig eingestellt oder hältst Du Lenkrad und Schultern ständig angespannt, kann sich das besonders im Nacken bemerkbar machen. Überprüfe deshalb Deine Sitzposition. Rücken und Schultern sollten gut gestützt sein. Stelle den Abstand zum Lenkrad so ein, dass Du bequem lenken kannst und Dich nicht ständig nach vorne strecken musst.
Bei längeren Strecken gilt trotzdem: Irgendwann hilft auch der beste Autositz nicht mehr. Pause machen, aussteigen und bewegen.
4. Die Fahrt stresst Dich
Dichter Verkehr, Baustellen, eine unbekannte Strecke, Parkplatzsuche oder einfach Zeitdruck: Autofahren kann ziemlich anstrengend sein.
Gleichzeitig verarbeitet Dein Gehirn permanent Informationen. Du beobachtest andere Verkehrsteilnehmer, Verkehrszeichen, Ampeln, Geschwindigkeit, Abstände und die Strecke. Wenn Du bereits müde oder gestresst ins Auto steigst, kann diese Belastung stärker ins Gewicht fallen.
Plane deshalb möglichst genügend Zeit ein. Zehn Minuten früher loszufahren ist oft entspannter, als zehn Minuten Verspätung wieder hereinholen zu wollen.
5. Sonne und Licht strengen Deine Augen an
Tief stehende Sonne kann beim Autofahren besonders unangenehm sein. Dazu kommen Reflexionen auf nasser Fahrbahn, schnelle Wechsel zwischen Licht und Schatten oder nachts die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge. Achte deshalb auf eine saubere Windschutzscheibe – innen und außen. Nutze die Sonnenblende und bei Bedarf eine geeignete Sonnenbrille.
Wenn Du häufig Kopfschmerzen nach längeren Fahrten bekommst und das Gefühl hast, dass Deine Augen dabei eine Rolle spielen, kann außerdem ein Sehtest sinnvoll sein.
6. Es ist zu warm im Auto
Ein aufgeheiztes Fahrzeug ist nicht nur unangenehm. Hitze, Flüssigkeitsmangel und eine anstrengende Fahrt sind keine gute Kombination.
Lüfte ein heißes Auto vor der Abfahrt und sorge während der Fahrt für eine angenehme Temperatur. Die Klimaanlage muss dabei keinen Kühlschrank aus Deinem Auto machen. Entscheidend ist, dass Du Dich wohlfühlst und aufmerksam bleibst.
Migräne beim Autofahren: Was ist anders?
Migräne ist nicht einfach ein anderes Wort für starke Kopfschmerzen. Neben den Schmerzen können weitere Beschwerden auftreten – beispielsweise Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Schwindel oder Konzentrationsprobleme.
Bei manchen Menschen tritt außerdem eine sogenannte Aura auf. Dazu können Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze oder vorübergehende Ausfälle im Gesichtsfeld gehören.
Beim Autofahren kann Migräne richtig gefährlich werden.
Wenn Du nicht mehr zuverlässig sehen, Dich konzentrieren oder den Verkehr vollständig wahrnehmen kannst, darf der Gedanke nicht lauten: „Die paar Kilometer schaffe ich noch.“
Suche eine sichere Möglichkeit zum Anhalten. Fahre erst weiter, wenn die Beschwerden abgeklungen sind und Du Dich wieder fahrtüchtig fühlst.
Kopfschmerzen während der Fahrstunde – sag Bescheid
Gerade in den ersten Fahrstunden arbeitet Dein Kopf auf Hochtouren. Verkehr beobachten, Spiegel kontrollieren, lenken, bremsen und andere Fahrzeugfunktionen bedienen – und dann gibt Dir Dein Fahrlehrer auch noch Hinweise. Vieles davon läuft bei erfahrenen Autofahrern irgendwann automatisch. Als Fahrschüler musst Du Dich zunächst ganz bewusst darauf konzentrieren.
Wenn Du während einer Fahrstunde Kopfschmerzen bekommst oder merkst, dass Deine Konzentration nachlässt, sag Deinem Fahrlehrer Bescheid. Eine Fahrstunde muss nicht um jeden Preis zu Ende gefahren werden. Lernen funktioniert besser, wenn Du aufmerksam und aufnahmefähig bist. Und die Sicherheit geht sowieso vor!
So kannst Du Kopfschmerzen bei längeren Autofahrten vorbeugen
Viele unserer Soforttipps funktionieren noch besser, wenn Du sie anwendest, bevor der Kopf schmerzt.
Vor einer längeren Fahrt kannst Du deshalb einiges tun:
- ausgeschlafen losfahren
- vorher ausreichend trinken
- nicht hungrig starten
- Wasser und einen kleinen Snack mitnehmen
- Sitz und Kopfstütze richtig einstellen
- für eine angenehme Temperatur sorgen
- eine geeignete Sonnenbrille bereithalten
- Windschutzscheibe innen und außen sauber halten
- Pausen von Anfang an einplanen
- bei den Pausen wirklich aussteigen und bewegen
- genügend Zeit für die Strecke einplanen
Bekommst Du bei längeren Autofahrten immer wieder Kopfschmerzen, beobachte einmal genauer, wann sie auftreten. Nach zwei Stunden Fahrt? Bei Hitze? Im Dunkeln? Bei starkem Sonnenlicht? Auf stressigen Strecken? Wenn Du wenig getrunken hast?
So kommst Du möglichen Auslösern vielleicht auf die Spur.
Wiederkehrende, ungewöhnliche oder sehr starke Kopfschmerzen solltest Du ärztlich abklären lassen.
Kopfschmerztablette nehmen und weiterfahren?
Eine Tablette einwerfen und weiter geht’s? So einfach ist es nicht. Zum einen können Medikamente Nebenwirkungen haben, die beim Autofahren eine Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise Müdigkeit, Schwindel oder eine verminderte Reaktionsfähigkeit.
Beachte deshalb immer die Hinweise im Beipackzettel. Wenn Du Dir unsicher bist, frage Deinen Arzt oder Apotheker. Zum anderen kann nicht nur das Medikament Deine Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Auch die Kopfschmerzen oder die Migräne selbst können Dich fahruntüchtig machen.
Eine Tablette ist deshalb kein Freifahrtschein, trotz starker Beschwerden weiterzufahren.
Wann solltest Du Kopfschmerzen medizinisch abklären lassen?
Kopfschmerzen sind häufig harmlos. Treten sie jedoch immer wieder auf, verändern sie sich deutlich oder sind sie ungewöhnlich stark, solltest Du die Ursache ärztlich abklären lassen.
Besondere Vorsicht gilt bei plötzlich einsetzenden, außergewöhnlich starken Kopfschmerzen oder wenn weitere ungewöhnliche Beschwerden wie Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Bewusstseinsstörungen oder starke Sehstörungen hinzukommen. Dann geht es nicht mehr um eine kleine Pause am Rastplatz, sondern um schnelle medizinische Hilfe.
Mit klarem Kopf fährt es sich besser
Unser wichtigster Tipp ist ziemlich einfach: Hör auf Deinen Körper.
Du musst weder in einer Fahrstunde noch auf einer langen Autobahnfahrt beweisen, dass Du Kopfschmerzen einfach wegstecken kannst.
Manchmal helfen schon Wasser, frische Luft, etwas Bewegung und eine kurze Pause. Manchmal ist eine längere Unterbrechung notwendig. Und manchmal ist es vernünftiger, das Auto stehen zu lassen.
Denn am Ende zählt nicht, wie schnell Du ankommst. Wichtig ist, dass Du sicher ankommst.
Häufige Fragen zu Kopfschmerzen beim Autofahren
Was hilft schnell gegen Kopfschmerzen beim Autofahren?
Halte zunächst sicher an. Wasser trinken, frische Luft, einige Minuten Bewegung und das Lockern von Nacken und Schultern können bei leichten Beschwerden helfen. Hast Du lange nichts gegessen, kann auch ein kleiner Snack sinnvoll sein. Bei Migräne helfen Betroffenen häufig Ruhe und möglichst wenige Licht- und Geräuschreize.
Warum bekomme ich beim Autofahren Kopfschmerzen?
Mögliche Ursachen sind unter anderem Flüssigkeitsmangel, Hunger, Stress, Müdigkeit, Verspannungen, Hitze oder starke Lichtreize. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen.
Darf ich mit Kopfschmerzen Auto fahren?
Leichte Kopfschmerzen bedeuten nicht automatisch, dass Du nicht fahren kannst. Entscheidend ist Deine Fahrtüchtigkeit. Beeinträchtigen die Beschwerden Deine Konzentration, Wahrnehmung, Sicht oder Reaktionsfähigkeit, solltest Du nicht fahren.
Darf ich mit Migräne Auto fahren?
Entscheidend sind Deine konkreten Beschwerden. Bei starken Schmerzen, Sehstörungen, Schwindel, Konzentrationsproblemen oder anderen Symptomen, die Deine Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, solltest Du nicht Auto fahren.
Was mache ich, wenn während der Fahrstunde Kopfschmerzen auftreten?
Sag Deinem Fahrlehrer Bescheid. Besonders wenn Deine Konzentration oder Wahrnehmung nachlässt, sollte die Fahrstunde unterbrochen werden. Sicherheit geht vor.
Kann die falsche Sitzposition Kopfschmerzen begünstigen?
Eine ungünstige Sitzhaltung kann Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich fördern. Diese können mit Kopfschmerzen verbunden sein. Eine gute Sitzeinstellung und regelmäßige Bewegungspausen sind deshalb gerade bei längeren Fahrten sinnvoll.
Darf ich nach einer Kopfschmerztablette Auto fahren?
Das hängt vom Medikament, möglichen Nebenwirkungen und Deinem Zustand ab. Beachte die Hinweise im Beipackzettel und frage bei Unsicherheit Deinen Arzt oder Apotheker. Entscheidend bleibt außerdem, ob die Kopfschmerzen selbst Deine Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.